Christoph BangMit Familie und Kindern ist es hier perfekt

Würden Sie bitte in kurzen Sätzen Ihren beruflichen Werdegang schildern, damit der Leser einen Eindruck von Ihnen bekommt?

Nachdem ich 2006 aus beruflichen Gründen nach München gegangen bin, bin ich vor fünf Jahren mit meiner Frau in das Vogtland zurück gekehrt. Meine Frau hat eine Anwaltskanzlei eröffnet, und ich bin in das Familienunternehmen eingestiegen, um es fortzuführen.. Die Nachfolge im Unternehmen des Vaters galt es zu regeln.  Es ging um die Entscheidung, länger weg zu bleiben oder das, was die Eltern aufgebaut haben, weiter zu führen.

Gab es auch den Gedanken, das Unternehmen der Eltern in München weiter aufzubauen?

Eine Verlagerung einfach so wäre nicht möglich gewesen. Zum einen hängen wir von unseren Fachkräften ab – unsere Mitarbeiter sind unser Kapital, ohne unsere Mitarbeiter und deren Erfahrung funktioniert unser Unternehmen nicht. Zum anderen brauchen wir viel Platz, der in München nicht so zu haben wäre. Wir werden im Vogtland gut durch die Stadt Oelsnitz und die Wirtschaftsförderung des Vogtlandkreises betreut. Diese Verbindungen basieren auf langfristiger vertrauensvoller Zusammenarbeit. Deshalb bekennen wir uns ganz klar zum Standort Vogtland.

Welche weiteren Vorteile hat der Unternehmensstandort Oelsnitz im Vogtland für Sie?

Das Industriegebiet »Neue Welt« ist logistisch sehr gut für uns gelegen. Unsere Krane sind relativ groß und sperrig. Mit Teilen, die bis zu 50 Meter lang sind, können wir von unserem Standort im Industriegebiet Neue Welt ungehindert diedie Autobahn  erreichen. Das ist ziemlich einmalig. Weiterhin gibt es gute Fachkräfte im Vogtland. Elektroinstallateure, Schlosser, Schweißer usw. sind alles Gewerke, die für unser Unternehmen sehr wichtig sind. Gute Fachkräfte, gute Verkehrsanbindung und eine gute Betreuung durch den Vogtlandkreis ist die ideale Kombination.

Spüren Sie in Ihrer Branche etwas vom Fachkräftemangel?

Wir merken das bei den Lehrlingen. Es gibt weniger Lehrlinge in unserem Bereich. Aber wir kümmern uns um den Nachwuchs sehr intensiv. Wir versuchen Schüler  schon früh durch Ferienarbeit und Bildungsmessen  einzubeziehen und über die Ausbildungsstellen zu informieren. Zudem zahlen wir Lehrlingsgehälter, die etwas über dem branchenüblichen Durchschnitt oder sogar über dem Tariflohn liegen. Man muss sich Mühe geben, sich um die Leute kümmern und sie vernünftig an den Beruf heran führen. Dann funktioniert es. Über allgemeinen Fachkräftemangel können wir uns nicht beschweren - allerdings wollen die Leute zur Zeit alle in die Großstädte. Es müsste mehr Werbung für die Region gemacht werden – auch bezüglich Kultur und Wohnen. Die »Willkommenskultur« steht ja zur Zeit ganz groß zur Debatte. Das sollte im Vogtland auch noch etwas verstärkt werden.

Sie hatten eben das Thema Lebensqualität angesprochen. Wie empfinden Sie als Privatperson die Lebensqualität im Vogtland?

Mit Familie und Kindern ist es hier perfekt. Die Kindergartenplätze sind sehr gut, es gibt renommierte Schulen wie zum Beispiel das Musikgymnasium in Markneukirchen, den Naturpark Erzgebirge – Vogtland mit seinen Freizeitangeboten und ich habe keinen Stau, wenn ich zur Arbeit fahre. Viel besser geht es eigentlich nicht.

Wären Sie auch in das Vogtland zurück gekehrt, wenn es hier das Familienunternehmen nicht gegeben hätte?

Wir wären wahrscheinlich auch so wieder zurück gekommen. Auch aus dem Grund, weil ich schon immer den Wunsch hatte, in einem eigenen Haus zu wohnen. Diesen Wunsch konnte ich mir  mir hier erfüllen Für eine bestimmte Zeit war es gut, in München zu leben, um Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln, die sehr nützlich sind. Die Rückkehr war aber im Grunde schon geplant, denn die Familie meiner Frau und meine Familie sind hier im Vogtland ansässig. Die Bangs sind schon im 18. Jahrhundert hier hängen geblieben .

Wie sehen sie für Ihr Unternehmen die Zukunft hier im Vogtland?

Die Zukunft sehen wir sehr positiv. Wir wollen das Unternehmen erhalten, wir fühlen uns hier sehr wohl. Zusammen mit unserem Vater bereiten mein Bruder und ich  gerade die Unternehmensnachfolge vor. Unser Vater wird uns noch einige Jahre begleiten – die Unternehmensnachfolge wird also ein fließender Übergang. Wenn die wirtschaftliche Lage stabil bleibt, dann werden wir in kleinen Schritten auch immer etwas wachsen. Wir werden versuchen unsere Mitarbeiter zu halten, unseren Marktanteil zu behaupten und etwas zu expandieren. Wenn es so weitergeht wie bisher sind wir zufrieden.

Was würden Sie sich für Ihr Unternehmen vom Landkreis oder der Stadt noch an Unterstützung wünschen?

Im Grunde werden wir bereits gut unterstützt, allerdings gibt einem der Altersdurchschnitt in der Region schon manchmal zu denken. Wir brauchen ein überregionales Standortmarketing um Fachkräfte und vor allem junge Leute anzulocken bzw. zurück zu holen. Auch Zuwanderung aus dem Ausland würde das Vogtland bereichern . Das Vogtland ist attraktiv, aber zu wenige wissen, dass es hier günstigen Wohnraum, gute Schulen, gut ausgebaute Verkehrsanbindungen und  ein ordentliches kulturelles Angebot gibt.

Vielen Dank für das Interview.

InformationenChristoph Bang

Christoph Bang hat in Markneukirchen sein Abitur gemacht. Nach Zivildienst und Wehrdienst hat er in Chemnitz und Dresden Maschinenbau studiert, bevor er für seine Diplomarbeit nach England gegangen ist. 2006 zog Bang nach München.

Im Jahr 2009 ist Christoph Bang ins Vogtland zurückgekehrt. Heute leitet er zusammen mit seinem Vater und seinem Bruder die BANG Kransysteme GmbH & Co. KG.

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