Textilindustrie im Vogtland

15.09.2020 bis 28.04.2021 Burg Mylau

Nicht erst seit Beginn der Industrialisierung vor 200 Jahren prägte die Textilindustrie das Vogtland. Schon im Mittelalter trug das Gewerbe entscheidend zur Sicherung des Lebensunterhaltes der hier ansässigen Bevölkerung bei. In der Stadt Mylau  lässt  sich  die  Entwicklung  dieses Wirtschaftszweiges  von  den  Handwerkerinnungen,  über  frühneuzeitliches Verlegertum  und  Manufakturen  bis  hin  zu  großen Industriebetrieben exemplarisch für das gesamte Vogtland nachvollziehen.

Als  traditionelle  Lieferanten  der  Rohfasern  dienten  Schaf und Flachs. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts nutzte  man  auch Baumwolle, die  allerdings  importiert  werden musste.  Die  dadurch  entstandenen  komplexen  Handelsstrukturen  sowie  das  für  die  Verarbeitung  von Baumwolle  notwendige  Fachwissen,  führten  unvermeidlich  zu  einer vorindustriellen  Arbeitsteilung.  Den  entscheidenden  Schritt in  Richtung Industrialisierung  unternahm  man  in  der  Vogtländischen Textilfertigung ab dem Ende des 18. Jahrhunderts durch die Mechanisierung der Sinnerei. Nur auf diese Weise  war  es  möglich,  dem  Konkurrenzdruck  der  neuartigen, englischen  Maschinengarne  zu  begegnen.  

Im  Laufe  des  19.  Jahrhunderts  folgte  die  Etablierung  des mechanischen  Webstuhls,  die  Nutzung  von  Wasser-  und Dampfkraft,  der Anschluss  an  das  Eisenbahnnetz  und  die Elektrifizierung. Sie legten den Grundstein für eine bis in die Moderne florierende  Textilwirtschaft.  Im Zuge  der  Umbrüche der Zeit um 1990 wandelt sich die Branche tiefgreifend. Heute produziert man im Vogtland innovative Stoffe für den Weltmarkt, forscht an den Textilien der Zukunft und führt damit  die  jahrhundertealte Tradition  des Textilstandortes  fort.  

Veranstaltungsort

Burg Mylau
Burg 1
08499 Mylau
Webseite: http://www.burgmylau.de

Kontakt
Sina Klausnitz
Telefon: 03765/3822352
E-Mail: sina.klausnitz(at)burgmylau.de
Burg 1
08499 Mylau

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