Gerhard SteinwenderEine Freundschaft, die schon 22 Jahre hält

Ursprünglich kommt Gerhard Steinwender aus Österreich – doch der Geschäftsführer der Vogtlandmilch GmbH hat mit den Vogtländern einiges gemeinsam.

„Ich finde die Menschen hier sehr sympathisch, sie sind keine Schwätzer, machen keine großen Worte, aber wenn sie etwas sagen, hat es Gehalt“,

erklärt er. Und auch er mag es nicht, wenn viel Aufheben um seine Person gemacht wird. Kein Wunder also, dass er bei den Vogtländern heimisch geworden ist. Und 2011 wurde er von Landrat Dr. Tassilo Lenk sogar zum Botschafter des Vogtlandes berufen.

Der Österreicher wagt den Anfang

Im Sommer 1992 kam der heute 62-jährige Kärntner nach Plauen, damals stand es um den Milchbetrieb im äußersten Norden der Stadt nicht zum Besten. Er steckte in wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

„Von Anfang an war ich überzeugt, dass es sich lohnt, zusammen mit den Milcherzeugern ein selbstständiges, rein ostdeutsches Unternehmen aufzubauen und einen eigenen Weg zu gehen“,

sagt Steinwender. Ursprünglich arbeitete er für die Südmilch/ Sachsenmilch-Unternehmensgruppe. Heute trägt er Verantwortung für die 135 Beschäftigten der Vogtlandmilch GmbH. Gerhard Steinwender steht ungern im Mittelpunkt, aber bei ihm laufen alle Fäden zusammen. In den letzten Jahren wurde viel investiert. Insgesamt sind drei große Hallen auf dem Gelände neu dazugekommen. Von rund 250 Landwirten aus dem Vogtland, Westsachsen und Ostthüringen verarbeitet das Unternehmen jährlich rund 230 Millionen Kilogramm Milch zu Produkten, die unter anderem über die Marken Vogtlandweide oder Sachsenland erhältlich sind. Die genießt auch der Geschäftsführer: „Zu meinen großen Abnehmern gehören auch meine Kinder. Die sind fleißige Milchtrinker und Quark-Esser.“

Das Allgäu des Ostens als neue Heimat

Wie gesagt, Gerhard Steinwender ist kein Mann überflüssiger Worte: „Ob es mir im Vogtland gefällt? Natürlich, sonst wäre ich ja nicht so lange geblieben.“ Aber ein Mann gewählter Worte:

„Das war und ist immer noch meine Vision: Das Vogtland hat Chancen, in der Wahrnehmung der Verbraucher das Allgäu des Ostens zu werden, mit der intakten Natur und den hier produzierten landwirtschaftlichen Produkten. Zumal es auch Wintersport mit internationalen Großereignissen und kilometerlange Rad- und Wanderwege in wunderschöner Natur gibt. Ich würde mir wünschen, dass sich die Gastronomie noch weiter entwickelt, um diese Gegend attraktiver zu machen und sie damit besser vermarkten zu können.“

Und über seine Verantwortung für die Vogtlandmilch GmbH meint er:

„Vertrauen muss man sich erarbeiten. Die Zusammenarbeit mit den Menschen im Betrieb und mit den Gesellschaftern und Eigentümern des Unternehmens war immer von gegenseitigen Vertrauen und auch Achtung geprägt. Ich habe einen guten Draht zu den Menschen hier und es soll weiter vorangehen.“

Die vogtländische Mentalität sei ihm ans Herz gewachsen: „Ich habe nie bereut, ein halber Vogtländer geworden zu sein, auch wenn ich den Dialekt immer noch nicht beherrsche.“

Zur PersonGerhard Steinwender

  • geboren 1952 in Kärnten/ Österreich
  • Schulzeit und Jugend in Kärnten
  • milchwirtschaftliche Ausbildung und Studium in Baden-Württemberg und Bayern
  • seit Sommer 1992 Geschäftsführer der Vogtlandmilch GmbH
  • geschäftsführender Vorstand und stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Sächsischen Arbeitgeberverbandes Nahrung und Genuss e.V.
  • Vorstandsmitglied des Sächsischen Landeskontrollverbandes
  • verheiratet, zwei Töchter

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