Lars LudererEin Botschafter legt Wert auf Bodenständigkeit

Lars Luderer liefert einen wichtigen Beweis: Erfolg und Begeisterung im Beruf haben nichts mit Abgehobenheit zu tun. 

Für ihn gehört beides dazu: Einerseits muss der Geschäftsführer der Goldbeck GmbH Entscheidungen treffen, die weit über das Vogtland hinaus reichen und auch andere Standorte in Deutschland, Österreich und in der Schweiz berühren. Andererseits legt man im Firmensitz in Treuen Wert auf Heimatverbundenheit – und hat den Besprechungsräumen urige Namen gegeben, wie Raum Bärenstein oder Raum Fichtelberg. „Alle heißen wie Berge unserer Region. Das passt doch, mir gefällt das“, meint er. 2017 feiert der studierte Bauingenieur sein 25-jähriges Firmenjubiläum bei der Goldbeck in Treuen.

„Ich hatte mehrmals die Möglichkeit aus dem Vogtland wegzugehen, beispielsweise an einen anderen Standort unserer Firma. Aber ich habe es nie übers Herz gebracht.“ 

Seit seiner Kindheit wohnt der 50-Jährige in Falkenstein. „Ich bin viel unterwegs, kenne auch andere Gegenden gut. Aber hier sind meine Eltern, Freunde und die Familie. Da, wo man aufgewachsen ist, wo man die Wege kennt, findet man Halt in unserer schnelllebigen Zeit. Solche beständigen Dinge sind mir wichtig, sie sind ein Anker.“ Und als waschechter Vogtländer schätzt er an seiner Heimat natürlich eines: Den Wald. „Zum Schwamme suchen oder auf dem Fahrrad – ich genieße die Gegend.“ Seit 2008 ist er Botschafter des Vogtlandes – und erhielt damit zusammen mit Friedemar Götz von der Treuener Vowalon Beschichtungs GmbH als Erster diesen Titel. „Bei meinen Reisen ist das Vogtland immer ein Thema für mich. Einerseits, weil ich gerne wieder heimkomme, andererseits weil ich anderen berichte, wie schön ich meine Heimat finde.“ 

Insgesamt vier Werke hat die Firma Goldbeck in Deutschland, den Standort in Treuen gibt es seit 1991.

„Die Lage innerhalb Deutschlands ist sehr günstig, durch die Verkehrsanbindung kommt man auch schnell ins Ausland. Außerdem hat der Stahlbau im Vogtland eine lange Tradition“,

meint Luderer, der 1992 nach seinem Studium zu Goldbeck kam. Heute sind unter den 500 Mitarbeitern ein Großteil Architekten und Ingenieure, die Industriehallen und andere Gebäude planen. Zusätzlich arbeiten 120 Leute in der Montageabteilung. Und fast jeder Vogtländer hat schon etwas von Goldbeck betreten oder zumindest gesehen: Das Plauener Kolonnaden-Einkaufszentrum, dazu vier Parkhäuser in Plauen und zwei in Reichenbach, der Plauener Sportpark und die Gewerbehallen unterschiedlicher Firmen im Vogtland wurden in den Treuener Räumen geplant, darunter für Magnetto, Warwick, Meiser Gitterroste oder Allgaier. „Im Moment realisieren wir das neue Parkhaus des Landratsamtes in Zusammenarbeit mit der Bauplanung Plauen GmbH.“ 

„Für uns als Bauunternehmen ist die Arbeit im Vogtland sehr angenehm. Hier zählt ein Wort. Um ein Geschäft abzuschließen, sind meistens keine hundert-seitigen Verträge vom Rechtsanwalt notwendig. Es kommt auf Verlässlichkeit an, die findet man hier im Vogtland. Außerdem schätze ich die schnellen Wege: Zwischen uns, den zuständigen Behörden und Kommunen sind bei einer Planung schnelle Absprachen möglich. Ich weiß, dass es in anderen Regionen oft erheblichen Zeitverzug bei solchen Entscheidungen gibt.“ 

Zur PersonLars Luderer

Vita

  • 1966 in Rodewisch geboren
  • Studium in Leipzig, Abschluss als Bauingenieur
  • gleich danach 1992 bei der Goldbeck GmbH angefangen
  • bei Goldbeck in der Konstruktion, Projektleitung, Verkauf, schließlich in der Geschäftsleitung tätig