Familienfreundlich und SozialMut zu Kind und Karriere

Eine gute Ausbildung abschließen, dann in einer Führungsposition Verantwortung übernehmen und trotzdem Zeit für die eigenen Kinder haben: Vielen Mitarbeitern der AWO Auerbach ist das geglückt.

Das familienfreundliche Unternehmen will nach Geschäftsführerin Katrin Schmidt jungen Menschen Mut machen, einen selbstbestimmten und erfolgreichen Weg zu gehen. Kein Wunder, dass viele AWO-Angehörige beides unter einen Hut bekommen: Familie und Beruf.


Isabel BergerEine junge Mutter in einer Leitungsposition

Isabel Berger hat sich als Pflegefachkraft keinen einfachen Beruf ausgesucht. „Als ich schwanger wurde, konnte ich nach einem herzlichen Abschied von meiner Arbeitsstelle in Ruhe die Zeit genießen“, sagt die 31-Jährige. Heute ist Töchterchen Vivienne zehn Jahre, aber Isabel Berger erinnert sich noch genau:

„Ich fühlte mich aufgehoben und unterstützt. Nach der Geburt überlegten wir in persönlichen Gesprächen, wie lange ich zu Hause bleiben möchte, wie der Berufs-Wiedereinstieg aussehen könnte und mit wie viel Stunden.“

Die Absprachen untereinander seien enorm wichtig gewesen. „Dazu zählten geringere Arbeitszeiten oder dass ich erst mit dem Dienst anfing, nachdem der Kindergarten aufmachte.“ Als ihre Tochter drei Jahre alt war, übernahm sie eine Leitungsposition – als alleinerziehende, junge Mutter. Die Ausbildungskoordinatorin betreut heute die 55 Auszubildenden, sieben davon haben ein Kind. Nach einer Schwangerschaft oder Elternzeit unterstützt sie die jungen Menschen, sich schnell wieder zu integrieren. 

Katrin SchmidtDie Vision der Geschäftsführerin

Katrin Schmidt (50) leitet die AWO seit fünf Jahren, sie hat als berufstätige Frau selbst zwei Kinder großgezogen: „In der DDR waren wir als Mütter recht geschützt, das möchte ich an meine Mitarbeiterinnen weitergeben.“ Überhaupt: „Wir brauchen junge Menschen im Vogtland, denen wir Vertrauen entgegenbringen und Verantwortung übertragen.“

In der AWO Auerbach braucht man sich um die Frauenquote bis hinauf in die Führungspositionen keine Sorgen machen. Von 480 Mitarbeitern sind 400 weiblich. Schmidt: „Und 250 davon sind Mütter. Insgesamt haben wir 375 Kinder“. Auf die letzte Zahl ist sie besonders stolz, denn das Thema Nachwuchs betreffe schließlich Frau und Mann.

„Auch junge Väter entschließen sich für die Elternzeit. Sind sie beispielsweise Jugendarbeiter, treffen wir mit den Stadtverwaltungen und dem Landkreis Absprachen, um dies zu ermöglichen.“

Für Geschäftsführerin Schmidt scheint individuelle Mitarbeiter-Betreuung selbstverständlich.

„Jeder Mensch ist einzigartig. Nachdem sich Nachwuchs eingestellt hat, überlegen wir gemeinsam, wie wir Arbeitszeit-Modelle für die jungen Eltern anpassen.“

Das könnte die Drei-Tages-Woche sein, ein anderer Arbeitsplatz oder die kurzfristige Absprache im Team. Am Ende sollte genügend Gehalt herauskommen, um die Familie selbstbestimmt zu ernähren, und genügend Zeit, um sich an ihr zu erfreuen.

Dass dies nicht nur die klassischen Familie-Konzepte umfasst, erfuhr Stefanie Köhler. Mit ihren 23 Jahren leitet sie den Bereich Datenschutz und Öffentlichkeitsarbeit, was viel Vertrauen erfordert. „Als ich eine Fernbeziehung über 400 Kilometer führte, fanden sich immer Wege, zum Teil mit Gleitzeit oder einem verlängerten Wochenende.“ Ein deutliches Lob von ihr geht an die AWO als Arbeitgeber: „Die Unterstützung, die mir entgegenkommt, motiviert mich selbst.“

InformationenAWO Auerbach

Die Arbeiterwohlfahrt Auerbach gründete sich 1991. Neben dem Hauptgebäude in Auerbach gibt es weitere Standorte in Rodewisch und Treuen. Die zentralen Einsatzgebiete der AWO mit 480 Mitarbeitern liegen in der Kinder- und Jugendarbeit und der Kranken- und Altenpflege, im Bereich „Essen auf Rädern“ (5000 Essen pro Tag) und in den Beratungsstellen. Mit 55 Auszubildenden, darunter BA-Studenten im Bereich Gesundheitsmanagement, und verschiedenen Freiwilligendiensten engagiert sich die AWO intensiv für den Nachwuchs. 

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