Familienfreundlich und SozialIT-Experten sind Vorbild in Sachen Familienfreundlichkeit

„Wenn ich höre, was bei Anderen so los ist, will ich ganz bestimmt nicht weg.“ Manuela Teßmer ist Assistentin der Geschäftsführung bei einer Firma im vogtländischen Oelsnitz, die seit Jahren immer wieder von sich reden macht: n³.

Ein Job und zwei Kinder

Sie ist die einzige Frau im Team der Spezialisten für Datenanalyse und Software-Entwicklung, die bereits im Wettbewerb „Familienfreundlichste Unternehmen im Vogtlandkreis 2012“ vom Landratsamt auf den 2. Platz gewählt wurden. Und wenn jemand aus erster Hand etwas dazu sagen kann, dann sie.

Die 40-jährige Plauenerin ist seit Beginn dabei. Das war 1998, und das Unternehmen firmierte zunächst unter dem Namen seines Gründers, Dr. Matthias Nagel. „Schon nach einem halben Jahr wurde ich mit meinem ersten Kind schwanger“, erzählt Manuela Teßmer ganz bewusst mit jenem leichten Unterton, der sich anhört wie das unwillige Stirnrunzeln eines genervten Chefs. Kaum im Betrieb, schon fällt sie aus. Doch was anderenorts nicht selten in mittelschwere Tragödien ausufert, ließ sich bei ihrem Arbeitgeber erstaunlich gut in Einklang bringen.

„Die Arbeitszeiten sind hier flexibel, das Verständnis und Bewusstsein für die Wichtigkeit familiärer Harmonie ist groß. Seitens der Firma wurde keinerlei Druck aufgebaut, möglichst schnell wieder in den Job zurückzukehren – das ging eher von mir selbst aus. Ich konnte manche Sachen von zu Hause erledigen, bin dadurch nie ganz aus dem laufenden Betrieb rausgekommen und wollte da auch einfach schnellstmöglich wieder rein.“

Beim zweiten Kind lief es dann ähnlich.

Gute Bedingungen für gute Arbeit

Aus Sicht der Geschäftsleitung steht dahinter nicht etwa nur ein reiner Akt der Nächstenliebe, sondern das Ziel, für möglichst großen Zusammenhalt in der Stammbelegschaft zu sorgen. „Gut ausgebildete Fachinformatiker werden überall gern genommen“, bringt es CFO Markus Nagel auf den Punkt. Jeder Weggang schmerzt, auch wenn es n³ bislang immer gelungen ist, die offenen Stellen schnell wieder zu besetzen.

„Wir wollen deshalb vielversprechende Talente aus der Region schon sehr früh für unser Unternehmen begeistern. Das beginnt schon mit den Schulpraktikanten, die wir uns sehr genau aussuchen.“

Direkt danach winkt die Ausbildung zum Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung direkt im Hause, für weitere Qualifikationen werden enge Kooperationen mit verschiedenen Hochschulen gepflegt. Die anschließende Festanstellung ist damit quasi gesetzt – ein lukrativer Job in der Heimat, nicht eben eine Selbstverständlichkeit.

„Diese Personalstrategie bringt es mit sich, dass wir viele junge Menschen bei uns beschäftigen, die natürlich auch Nachwuchs kriegen. Und als Familienunternehmen mit flacher Leitungshierarchie sind wir in der Lage, uns mit entsprechenden Rahmenbedingungen darauf einzustellen“, sagt der Finanzchef. „Bei einem Betrieb unserer Größe – wir beschäftigen 15 Mitarbeiter – und in dieser Branche, das muss man natürlich auch dazusagen, geht das.“ Im Klartext: n³ übernimmt die Kosten der Kinderbetreuung, gewährt flexible Arbeitszeiten über Zeitkonten, stellt sich auf Wechseldienste ein.

„Es gibt gemeinsame Termine, die eingehalten werden müssen, und der Betriebsablauf darf nicht drunter leiden. Aber sonst kommen manche Leute schon um 7 Uhr, die typischen Eulen eben später, andere sind nur zwei, drei Tage die Woche im Betrieb und arbeiten ansonsten von zu Hause aus oder direkt beim Kunden, das ist letztlich nur eine Frage der Organisation. Unterm Strich zählen die Ergebnisse.“

Und damit diese Ergebnisse den hohen Qualitätsansprüchen genügen, kommt jeden Monat eine Physiotherapeutin zur Massage vorbei, im Pausenraum findet sich eine gemütliche Ecke zum Chillen, aller 14 Tage wird am Freitag das gemeinsame Frühstück zelebriert und einmal im Monat trifft sich das Team zum Spieleabend – „aber nur offline“, also Karten oder Brett.

InformationenÜber n³

Das 1998 von Dr. Matthias Nagel gegründete und 2008 in n³ umbenannte Unternehmen ist spezialisiert auf Datenanalyse und Softwareentwicklung. Seine Lösungen bilden die komplette Wertschöpfung rund um externe und interne Daten ab, von ihrer Sammlung über Analyse und Visualisierung bis hin zur Automatisierung. Im Auftrag namhafter europäischer Kunden aus Gesundheitswesen, Industrie, Telekommunikation, Forschung, Finanzdienstleistung und Verwaltung übernimmt n³ die Datenanalyse und Integration der Ergebnisse in Arbeitsprozesse, entwickelt individuelle Software und passt eigene Technologien an kundeneigene Systeme an, berät in Fachfragen und baut Business-Intelligence- sowie Managementinformations-Systeme auf. Das im vogtländischen Oelsnitz ansässige Unternehmen beschäftigt 15 Mitarbeiter, davon 2 Auszubildende. Es war zwei Mal Finalist des „Big Data Award“, war 2013 Finalist beim „Großen Preis des Mittelstandes“ der Oskar Patzelt Stiftung und ist in diesem Jahr erneut nominiert. Für sein innovatives Produkt „VisualCockpit“ wurde n³ auf der CeBIT 2014 mit dem begehrten „Innovationspreis-IT“ in der Kategorie Business Intelligence ausgezeichnet.

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