Matthes NagelWillkommen zu Hause

Matthes Nagel wusste schon immer, wo er hingehört: Ins Vogtland.

Der 32-Jährige erklärt: „Alles andere war von Anfang an ein Intermezzo auf Zeit.“ In Tirpersdorf ist er aufgewachsen – und der Begriff Heimat ist für ihn eine ganz konkrete Sache. „Ich habe im Vogtland eine wunderschöne Kindheit und Jugend erlebt - in einem intakten sozialen Umfeld, zu dem viele Freunde gehörten und auch meine Großeltern, mit denen ich oft draußen in der Natur war.“ Auch beruflich gab es für Matthes Nagel wenig Zweifel: Schon während seiner Schulzeit am Oelsnitzer Gymnasium arbeitete er gelegentlich in der Firma seines Onkels mit, die seit 1998 Software und Data Science-Projekte realisiert. Inzwischen führen die Nagels das Oelsnitzer Unternehmen zu dritt – was sie auch im Namen n³ ausdrücken. Dazu gehören der Onkel und Gründer Dr. Matthias Nagel, der Vater Markus Nagel – und eben Matthes Nagel.

Familiengründung nur im Vogtland

„Hier kann man leichter eine Familie aufbauen. Und die Kinder wissen noch, dass eine Gurke im Garten wächst und nicht im Supermarkt.“ 

„Das Vogtland liegt geografisch sehr günstig, durch die A72 und die A9. Auch deshalb haben wir bei n³ Kunden aus ganz Deutschland, und natürlich aus den Ballungszentren. Hier kann ich das umsetzen, was ich in München gelernt habe.“

Ein Weltenbummler war Matthes Nagel nach eigener Aussage nie. Trotzdem: Er hatte seine Wanderjahre. „Mir war klar, dass man über den Tellerrand schauen muss.“ In Mittweida studierte er vier Jahre Multimediatechnik mit dem Abschluss als Diplom-Ingenieur. Rückblickend meint Matthes: „Dank des sächsischen Ausbildungsmodells hatte ich diesen Abschluss bereits mit 22 Jahren in der Tasche.“ Danach ging es nach München in die BMW-Forschung. „Ich arbeitete als Software-Architekt an vielen spannenden Projekten mit. Es war eine schöne Zeit. Aber wenn man weg ist, merkt man erst, wo man hingehört. Ich war ungefähr zweimal im Monat im Vogtland und habe es genossen heimzukommen und abzuschalten.“ In der Heimat lernte er seine jetzige Frau Nadine kennen – die ihm zuerst noch in die bayrische Landeshauptstadt folgte. „Aber es war klar: Wenn wir eine Familie gründen, dann im Vogtland.

„Wir merken deutlich, dass viele Dinge einfacher gehen als in einem Ballungszentrum wie München. Vor allem, was den Kindergarten betrifft und überhaupt die Betreuung. Da hilft natürlich, dass man hier nicht allein ist, sondern die Familie hinter sich hat.“

Wir wollten den eigenen Kindern das bieten, was wir selbst erlebt haben.“ 2009 ist Matthes dann endgültig bei n³ eingestiegen – und das kleine Söhnchen der jungen Familie ist inzwischen zwei Jahre. Was hat das Vogtland, was München nicht hat?

„Wichtig sind mir das Umfeld und die Menschen, das ist ein Teil Lebensqualität. Seit meiner Jugendzeit habe ich mich in der Feuerwehr engagiert. Das ist geblieben und das ist mir wichtig: Früher in Tirpersdorf, jetzt in Oelsnitz.“ 

„Ich merke in den neuen Bundesländern generell und immer noch diese Aufbruchstimmung. Hier kann man sich verwirklichen und Neues entwickeln. Und meine Generation ist die erste, die aus dem Vollen schöpft. Ich kenne viele Leute, die zielstrebig und ehrgeizig sind. Nach 25 Jahren Wende und den Errungenschaften seit Anfang der 90er Jahre steht jetzt zunehmend der erste Generationswechsel an. Und wir wollen das weiterführen, was bisher erreicht wurde.“