Mein VogtlandDas Markneukirchner Gymnasium: Ein wichtiger Beitrag für den Musikwinkel

Selbst Außenstehende müssen zugeben: Das Markneukirchner Gymnasium ist etwas Besonderes. Die Schüler präsentieren ein eigenständiges Kulturprojekt nach dem anderen und die Lehrer schaffen eine Umgebung, in der sich Phantasie und Ideen entwickeln können.

Als einzige Schule im Vogtlandkreis erhielt das Gymnasium 2012 den Vogtländischen Ehrenpreis – diese höchste vogtländische Auszeichnung gab es für das Musical Anastasia. Inzwischen genießt die Schule in der Region einen hohen Bekanntheitsgrad.

Die Schule als Freiraum: Für Bildung, Kunst und Musik

Die ehrwürdige Markneukirchner Schule liegt am Rande der Stadt, an dem leuchtend-roten Backsteingebäude erinnern zwei Eingangsportale an frühere, strengere Zeiten: Jungen und Mädchen steht jeweils darüber. Heute hingegen gilt das Gymnasium als Freiraum für junge Denker und Musiker. „Die Schule hat den Ruf, besonders frei und offen zu sein. Das wusste ich schon vor meiner Zeit hier“, erklärt Norbert Hildebrand. Seit 2008 ist er am Markneukirchner Gymnasium Schulleiter und gibt zu: Am Anfang war eine kleine Eingewöhnungsphase notwendig. „Es gibt kein Klingelzeichen, dass den Tagesablauf straff regelt.“ Mittlerweile findet er: „Wir wollen keine Fabrik-Atmosphäre. Die Stunden verlaufen harmonischer, weil sie nicht abrupt enden und sich keine Hektik auf die Kinder überträgt.“ Das Ziel der Lehrer formuliert der 55-jährige Schulleiter:

„Die Schüler sollen keine Angst haben - sondern lernen, dass man durch konstruktives Verhalten viel erreichen kann. Jetzt nach den Abschluss-Prüfungen merken wir wieder: Viele Abiturienten kommen weiter in die Schule, als wäre es das Normalste der Welt.“

Als Schwerpunkt der Schule betont er das musisch-künstlerische Profil mit der besonderen Ausrichtung auf Musik. „Irgendwo spielt immer ein Instrument oder jemand sitzt mit der Gitarre auf der Treppe“. Dazu erzählt er eine kleine Geschichte: „Kürzlich schrieb eine Klasse eine Klausur. Genau darüber fanden Proben einer Bläserklasse mit der Orchesterleiterin Elke Schuster statt. Ich fragte, ob wir das Zimmer wechseln wollen, doch die Schüler fühlten sich überhaupt nicht gestört.“ Die Musicals im Zwei-Jahres-Rhythmus sind das großen Aushängeschild der Schule.

 

 

Hildebrand:

„Aber zu tun haben wir immer: Es steht immer ein Theaterstück, eine Tanz-Aufführung oder eine Ausstellung in unserer Kunstwerkstatt an.“

Kürzlich gestaltete der Chor des Gymnasiums mit rund 150 Teilnehmern ein Konzert zum Internationalen Instrumentalwettbewerb. Und die Zwölftklässler inszenierte neben den Abschlussprüfungen ein Theaterstück zu Georg Büchners „Dantons Tod“. Norbert Hildebrand erklärt:

„Die Schüler lernen die Fähigkeit, sich überzeugend auszudrücken und eigenständig kulturelle Projekte auf hohem Niveau zu erarbeiten.“

In der Markneukirchner Ganztagsschule mit 676 jungen Menschen wird auch ein naturwissenschaftliches und ab Herbst ein gesellschaftswissenschaftliches Profil angeboten. Doch vor allem das musisch-künstlerische Profil beeindruckt viele junge Menschen nachhaltig. Ehemalige Schüler, die ihr Talent zum Beruf gemacht haben, sind ein Beispiel dafür. Dazu gehört der Musiker und Komponist Sebastian Wildgrube, der vor einiger Zeit Chordirektor der Chursächsischen Philharmonie in Bad Elster wurde, die Tanzpädagogin Christine Schramm, der Theaterpädagoge Otto A. Thoß, Bühnengestalter Philip Rubner oder die Schauspieler Rolf Bach und Benjamin Petschke.

Für die nächsten Projekte wird schon geprobt: Im September präsentiert die Theatergruppe von Lehrerin Michaela Popp gleich zwei Stücke, der Chor bereitet unter den Chorleitern Michael Straube und Dr. Enrico Weller eine Musicalshow mit dem bekannten Sänger Nico Müller vor und das Musicalballett lädt Anfang Januar zum Tanztheater ins Elsteraner König Albert Theater.

Norbert Hildebrand - Zur Person

  • 1960 in Thüringen geboren
  • Studium für Biologie und Chemie auf Lehramt
  • bis 2008 in Klingenthal an der Kinder- und Jugend-Sportschule als Lehrer und am Klingenthaler und am Oelsnitzer Gymnasium als stellvertretender Schulleiter tätig
  • seit Februar 2008 Schulleiter am Gymnasium Markneukirchen
  • verheiratet, eine Tochter, drei Enkel