Mein VogtlandVon der Idee zum Startup - Martin Olma und Tim Spranger, Systima GmbH aus Plauen

Was tun, wenn man als Arbeitnehmer eigene Visionen oder Vorstellungen nicht verwirklichen kann? Entweder man wechselt den Job oder man macht sein eigenes Ding. Die Jungunternehmer Martin Olma und Tim Spranger wagten den mutigen Schritt in die Selbstständigkeit und gründeten die „Systima GmbH“ - ein Startup, das sich auf die Entwicklung, Fertigung und Montage von Maschinen und Komplettanlagen spezialisiert hat.

Martin Olma und Tim Spranger
Martin Olma und Tim Spranger

Im Beruf kennengelernt, auch privat gut verstanden, fiel bei Martin Olma und Tim Spranger irgendwann der Satz:

„Na eigentlich können wir uns auch selbstständig machen“.

Dabei war die Unternehmensgründung alles andere als ein Schnellschuss. Nach reiflicher Überlegung, genauer Planung und mit dem nötigen familiären Rückhalt konnte das Startup der beiden Familienväter
schließlich im September 2018 an den Start gehen.

„Wer sich selbstständig machen möchte, bekommt im Vogtland wirklich viel Unterstützung. Die Wege sind kurz.“, sagt Martin Olma. „Dass wir zu zweit sind, hat aber trotzdem vieles einfacher gemacht“,

wirft sein Geschäftspartner Tim Spranger ein. Denn natürlich sei eine Firmengründung mit einem finanziellen Risiko verbunden. Hinzu komme, dass der Maschinenbau eine Branche ist, die teilweise sehr von der derzeit strauchelnden Automobilzulieferindustrie abhängig ist.

Doch es läuft gut für die beiden Geschäftsführer. Der Kundenkreis ist zwar noch klein, die Auftragsbücher dennoch voll.

„Durch den Unternehmertreff des Vogtlandkreises konnten wir sogar einen neuen Kunden aus dem oberen Vogtland gewinnen. Es hat sich für uns definitiv gelohnt.“,

freut sich Tim Spranger.

Neben dem Maschinenbau haben die beiden noch ein weiteres Standbein. Für die WTA-Vogtland im Gewerbepark Plauen-Reißig entwickeln und programmieren sie Schaltanlagen im Bereich Schwimmbadtechnik. WTA-Geschäftsführer Volker Albrecht ist jedoch mehr als nur ein Geschäftspartner, er ist ein großer Unterstützer:

„Wir sind ihm sehr dankbar. Er hat uns unter seine Fittiche genommen, Kontakte vermittelt und uns seine Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt“,

so Martin Olma.

Dass sie ihre gemeinsame Firma im Vogtland gründen, war für beide Unternehmer selbstverständlich.

„Wir sind Vogtländer, hier sind unsere Wurzeln und auch wenn es hier nur wenige große Firmen gibt, ist das für uns gerade ein Grund zu bleiben. Hier muss etwas bewegt werden“.

Bereut haben sie ihren Schritt bis jetzt nicht, auch wenn es schwierige Momente gab. Was sie sich wünschen?

„Flexiblere Fördermöglichkeiten für kleine Unternehmen. Oft ist es schwierig, die Mindestinvestitionssumme zu stemmen. Wenn es hier eine Staffelung gäbe, würde das manche Entscheidungen einfacher machen - gerade in der jetzigen Zeit, in der er so wichtig ist, dass Unternehmen investieren“,

so Tim Spranger.

Sie wollen gesund wachsen, Schritt für Schritt gehen. Inzwischen ist die Systima GmbH auch kein Zwei-Mann-Betrieb mehr. Mit einem Programmierer und zwei Mechatronikern verstärken derzeit drei Angestellte das Team. Für die Zukunft ist ein drittes Standbein geplant: Dienstleistungen im Bereich Elektroinstallationen für die Industrie. Dafür suchen die Geschäftsführer derzeit händeringend einen Elektriker, der für die Systima GmbH auf Montage geht.


Zu den Geschäftsführern:

Tim Spranger ist 1985 geboren und lebt mit seiner Lebensgefährtin und dem gemeinsamen Kind in Plauen. Nach dem Abitur hat er eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert.

Martin Olma ist 1986 geboren und lebt mit seiner und Frau und zwei Kindern in Reichenbach. Nach dem Abitur hat er eine Ausbildung zum Betriebselektroniker absolviert.