Dr. Bernd SchmidtKein Bedürfnis wegzugehen

Wenn man mit Dr. Bernd Schmidt plaudert, ist das wie Akku aufladen. Seine Lebensfreude, sein Humor, sein Scharfsinn stecken einfach an. Seit fünf Jahren ist er zwar nicht mehr Vorstand beziehungsweise Geschäftsführer der Wernesgrüner Brauerei, dafür aber im wahrsten Sinn des Wortes im „Unruhestand“.

Als „Unruheständler“ ist Dr. Bernd Schmidt oft in seinem Arbeitszimmer unterm Dach anzutreffen. Foto: Brand-Aktuell
Als „Unruheständler“ ist Dr. Bernd Schmidt oft in seinem Arbeitszimmer unterm Dach anzutreffen. Foto: Brand-Aktuell

So ist Dr. Bernd Schmidt beispielsweise noch immer mit dem Bier verbunden,  als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Gesellschaft für Hopfenforschung und er engagiert sich in der Gesellschaft für Geschichte des Brauwesens in Berlin.

Aufgewachsen in Rodewisch wohnt er noch heute im cirka 1790 gebauten Haus seiner Familie. Gerne durchstreift er mit seinem Hund Bobby die Gegend um Rodewisch. Fit hält er sich vor allem laufend, im Winter auf Skiern, legt dabei Strecken zurück, die trainierte 20jährige Ausdauersportler kaum bewältigen würden. „‘s ganz schön auf’m Kamm“, nennt er eine seiner Lieblingsstrecken. 

Der promovierte Diplom-Ingenieur für Gärungs- und Getränketechnologie hat 40 Jahre lang, also sein gesamtes Berufsleben, die Wernesgrüner Brauerei mit geprägt.

„Ich hatte nie das Bedürfnis wegzugehen, das Vogtland ist meine Heimat“, begründet er seine Bodenständigkeit und fügt an: „Ich habe einiges gekriegt in meinem Leben, hatte dabei auch Glück, gerade deshalb will etwas zurückgeben.“

Ein gutes Team: Dr. Bernd Schmidt und sein Bobby. Foto: Brand-Aktuell
Ein gutes Team: Dr. Bernd Schmidt und sein Bobby. Foto: Brand-Aktuell

Wohl auch darum ist er nach wie vor als Botschafter des Vogtlands aktiv.

„Wir haben eine große Vielfalt in der Natur und auch Besonderheiten wie die Musikinstrumente, die Spitze, die Vogtland Arena.  Großstädte sind schnell zu erreichen“,

beschreibt er einige der Vorzüge, mit denen er als Botschafter für das Vogtland wirbt.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung schätzt Dr. Bernd Schmidt ein, dass sich das Vogtland auch hier nicht zu verstecken braucht. Gerade entlang der Autobahn ist viel entstanden, dazu gehören auch große Unternehmen, die wichtig sind für die finanzielle Ausstattung der Kommunen.

„Die Anspannung am Arbeitsmarkt wird dafür sorgen, dass es sich noch mehr lohnt, hier zu arbeiten und zu leben“,

schaut er in Zukunft.

Gleichzeitig fordert er nachdrücklich von der Politik, nicht nur in den Großstädten Leuchttürme zu bauen. Ebenso macht er darauf aufmerksam, dass hier im Vogtland Geduld erforderlich ist.

„Man kann nicht in 10 Jahren aus einer Industrieregion ein touristisches Zentrum machen. Aber die Dinge, die wir haben, sollten wir gezielter einsetzen, stets gemeinsam, keiner sollte Angst haben, dass er zu kurz kommt“,

meint Botschafter Dr. Bernd Schmidt.

Zur PersonDr. Bernd Schmidt

Vita

  • 1949 in Zwickau geboren, zuhause in Rodewisch
  • lernte an der Erweiterten Oberschule Geschwister Scholl in Auerbach, wo er 1968 das Abitur ablegte
  • nach seinem Studium der Gärungstechnologie an der Humboldt-Universität begann er 1972 in der Wernesgrüner Brauerei zu arbeiten, wurde 1990 Vorstand, war dann 22 Jahre an der Spitze des international bekannten Unternehmens
  • seit 1. Januar 2013 im „Unruhestand“
  • verheiratet seit 43 Jahren, Vater einer Tochter und eines Sohnes, ein Enkel