Hans-Peter MessnerWillkommen in der Welt der Musik

Von außen wirkt der Firmensitz der GEWA music fast unscheinbar: Viele kennen das rote Backsteingebäude, wenn sie in Adorf die B 92 entlang fahren. Einige wissen nicht: Dahinter verbirgt sich ein Schwergewicht in der Welt der Musikinstrumente.

Blas-, Zupf-, Streich-, Schlag- Percussions- und Streichinstrumente, dann noch deren Zubehör und passende Etuis – all das gehört zu den Produkten, mit denen sich GEWA beschäftigt und teilweise auch in Adorf herstellt. Fast 40.000 Artikel umfassen das Gesamtsortiment. Der erste Geschäftsführer und Alleininhaber Hans-Peter Messner findet: Nach der Wiedervereinigung im Jahr 1990 gab es für das Unternehmen nur einen Weg – zurück ins Vogtland. Denn hier sind die Wurzeln der GEWA, hier ist die mitteleuropäische Kompetenz im Musikinstrumentenbau und dessen Zubehör.

„We engineer music – das ist unser Slogan. Hier in Adorf entwickeln und bauen wir Musikinstrumente - oder wir finden heraus, wo gute Standorte sind, mit denen wir zusammenarbeiten können. Zu unserem Team gehören unter anderen Musiker, Ingenieure, Techniker und Vertriebsleute.“

Lange Tradition in Adorf 

GEWA music feiert 2015 einen runden Geburtstag: Im Jahr 1925 gründete GEorg WAlther das Unternehmen – also vor genau 90 Jahren. Die Anfangsbuchstaben seines Namens bilden bis heute die Firmenbezeichnung. Hans-Peter Messner erklärt: „Durch die drohende Enteignung nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte sich der Firmensitz in das bayrische Mittenwald. Dort blieb er 40 Jahre lang.“ In Mittenwald verbindet sich die Geschichte der GEWA music mit dem persönlichen Lebenslauf von Hans-Peter Messner. Der stammt aus dem baden-württembergischen Trossingen, dem langjähringen Stammsitz des einstmals bedeutenden Akkordeon- und Mundharmonikaherstellers Hohner. Nach eigenen Angaben wurde er dort schon früh mit Musikinstrumentenbau und -spiel konfrontiert. In seinem dritten Jahr bei der GEWA kam die Wende. „Wir wollten in Europa expandieren. Uns war klar: Um das zu erreichen, müssen wir dahin gehen, wo der Instrumentenbau zu Hause ist – nämlich ins Vogtland.

„Eine gute Zusammenarbeit besteht mit der Schönecker Firma Technisat, die uns hochwertige Platinen liefert. Dadurch sind wir in der Lage, Produkte 'Made in Germany' auch im digitalen Bereich zu bauen.“ 

Im Übrigen hat die Firma die Verbindungen zu Adorf die ganzen 40 Jahre über gehalten.“ Warum schien das Vogtland derart geeignet? Messner: „Wir hatten Probleme, genügend qualifiziertes Personal zu bekommen, hier sind die Instrumentenbauer mit ihrem Wissen angesiedelt. Die ausgebildeten Leute von der Fachhochschule in Markneukirchen oder der Berufsfachschule in Klingenthal finden oft den Weg in unser Unternehmen.“ Außerdem liege man mit Adorf als Hauptsitz im Zentrum von Europa. „Wir können die meisten Länder in 1-2 Tagen bedienen, darunter Polen, die Niederlande und Skandinavien – das hätte von Mittenwald aus nicht funktioniert.“ Auch die Ausweitung des Sortiments war erst in Adorf möglich, denn „hier fanden wir die Fachkräfte für die einzelnen Produktlinien“. 2008 hat GEWA music ihre Zelte in Mittenwald ganz abgebrochen. Heute versorgt sie 7000 Fachgeschäfte in aller Welt mit 270.000 Sendungen im Jahr, bei einem Umsatz von über 80 Millionen Euro. Seit 2014 werden am Adorfer Standort mit 260 Mitarbeitern zusätzlich Digital-Pianos gebaut. 

„Neben meiner Arbeit bei der GEWA achte ich auf Freiraum: Wenn es geht, bin ich bei meiner Familie am Bodensee. Dort habe ich mir einen Rückzugsort erhalten.“

Von links nach rechts: Winfried Holl, Gerd Essl, Thomas Fiedel, Hans-Peter Messner
Von links nach rechts: Winfried Holl, Gerd Essl, Thomas Fiedel, Hans-Peter Messner

Zur PersonHans-Peter Messner

Vita

  • 1952 in Trossingen (Baden-Württemberg) geboren
  • Studium der Betriebs- und Volkswirtschaft bis 1976
  • danach Prokurist beim Musikinstrumentenhersteller Hohner
  • ab 1987 Geschäftsführer bei der GEWA
  • ab 2002 Alleininhaber der GEWA (seit 2013 teilen sich vier Geschäftsführer die Arbeitsbereiche)