Kerstin VoigtGroße Handwerkskunst, kombiniert mit der Liebe zur Musik

Seit Jahrhunderten prägt der obervogtländische Musikwinkel die Region. Kerstin Voigt ist mit dem Instrumentenbau groß geworden – und heute trägt sie Verantwortung für den 40-Mitarbeiter-Betrieb „Jürgen Voigt – Meisterwerkstatt für Metallblasinstrumente“. Als Inhaberin und Botschafterin des Vogtlandes freut sie sich, die uralte Instrumententradition rund um Markneukirchen in der Welt bekannt zu machen.

Posaunen, Trompeten, Tubas und viele weitere Instrumente reihen sich aneinander, es funkelt golden im Schauraum der Markneukirchner Meisterwerkstatt, daneben auf den Werkbänken liegen die Instrumententeile, werden bearbeitet, verlötet, geputzt. Bei Kerstin Voigt und ihren Mitarbeitern im Gewerbegebiet der Stadt entstehen hochwertige Produkte.

Die 45-jährige Botschafterin des Vogtlandes erklärt: Seit elf Generationen lasse sich der Instrumentenbau in ihrer Familie nachweisen. Bogenmacher waren darunter, Geigenmacher - und Metallblasinstrumentenbauer wie sie und ihr Vater Jürgen Voigt. Der wird bald 70 Jahre alt, ist noch immer als selbstständiger Meister aktiv, steht dem Betrieb weiterhin mit Rat zur Seite und hilft manchmal sogar noch mit.

Kerstin Voigt meint: Die lange Tradition von Musikinstrumentenbauern prägt nicht nur das Berufs- sondern auch das Privatleben.

„Schon wegen meiner Herkunft bin ich stark mit dem Vogtland verwurzelt, ich bin in Markneukirchen groß geworden, meine Familie lebt hier. Meine Funktion als Botschafterin des Vogtlandes verstehe ich so, dass ich den Menschen mehr Wissen über die Wiege des deutschen Instrumentenbaus vermitteln möchte.“

Denn als Inhaberin des Meisterbetriebes ist sie viel unterwegs, auf Messen und Reisen, trifft Geschäftsleute und Musiker. Klein ging es 1988 los, als Jürgen Voigt seine Meisterwerkstatt gründete. Das war in der DDR nicht ganz einfach.

„Seitdem haben wir uns enorm weiterentwickelt, das war zuerst noch nicht abzusehen.“

Inzwischen arbeiten die 40 Mitarbeiter auf 1600 Quadratmetern, auch in den Bereichen Technologie, Forschung und Entwicklung. Drei Lehrlinge gehören zum Team.

„Wir bilden seit 1990 durchgängig aus“,

sagt Kerstin Voigt. Die nächsten Generationen sollen das Wissen über den Instrumentenbau weiterführen. „Deshalb unterstützen wir auch junge Leute, die den Meister machen wollen.“

Auch wenn die freie Zeit sehr knapp ist, selbst die privaten Interessen haben ein bisschen mit dem Beruf zu tun:

„Ich gehe sehr gerne in Konzerte, beispielsweise nach Bad Elster oder ins Plauener Theater. Die vogtländische Kulturlandschaft hat gute, abwechslungsreiche Angebote“.

Eigentlich würde sie auch die vogtländische Natur mehr genießen, wenn der Terminkalender nicht meistens sehr voll wäre.

„Das Vogtland ist eine herrliche Urlaubsregion, viele Leute beneiden uns darum. Leider fehlt im Alltag oft die Zeit, in unserer Natur zu entspannen.“

Vielleicht entscheidet sich eines ihrer drei Kinder einmal für diesen Beruf, meint die Instrumentenbaumeisterin. Das wäre dann also die 12. Generation der Voigts. „Mein großer Sohn trägt sich mit dem Gedanken, aber das sollen die Kinder von sich aus entscheiden.“ Sie jedenfalls liebt ihre Arbeit.

„Sie ist sehr abwechslungsreich, ich arbeite mit den Kunden zusammen und komme in der ganzen Welt herum“.

Denn dahin gehen die Qualitätsinstrumente der Familie Voigt.

Zur PersonKerstin Voigt

Vita

  • geboren 1972, aufgewachsen in Markneukirchen
  • 1990 Lehre zur Metallblasinstrumentenmacherin
  • 1998 Meisterbrief
  • 2006 Übernahme der väterlichen Firma „Jürgen Voigt Metallblasinstrumente“
  • Mitglied im Lions Club Markneukirchen, der Freiwilligen Feuerwehr Markneukirchen und dem Verein Musicon Valley