Markus SchedelEin südafrikanischer Vogtländer

Wirklich Urlaub hat ein Unternehmer wie Markus Schedel selten. Er sagt von sich: „Die Zeit kann ich mir zwar frei einteilen – aber mit den Gedanken bin ich meistens bei der Arbeit.“

 „Im Grunde habe ich einen 7-Tage-Job. Da braucht man einen Ausgleich und ich versuche mit Sport abzuschalten: Radfahren, Joggen, Golfspielen – die vogtländische Natur bietet ja einiges. Ich bin ein Landmensch.“

Der Geschäftsführer der Kunststofftechnik Schedel GmbH kam auf Umwegen ins Vogtland, denn eigentlich stammt er aus Südafrika. Ohne die politische Wende vor 25 Jahren hätte er die Region mit ihren Menschen nie kennengelernt. Dazu meint er: „Das will ich mir gar nicht vorstellen.“

„Wir verarbeiten Styropor für viele Anwendungen aller Art: Für die Automobilindustrie, Spielwaren, Kindersitze und Verpackungen. Ein Schwerpunkt bildet der Bad- und Wellnessbereich. Innovation wird bei uns großgeschrieben. Wir patentieren regelmäßig Produkte, die auch prämiert werden. Dazu gehören Entwicklungen für Duschflächen und flexible Bad-Gestaltungen.“ 

Falkenstein als erste Wahl

Das Vogtland und Südafrika unterscheiden sich wohl in vielen Dingen. Markus Schedel ist in Johannesburg aufgewachsen – und das vogtländische Winterwetter macht ihm immer noch zu schaffen. „Aber die Landschaft ist sehr reizvoll, ich mag die Wälder und Seen. Mein Vater fragte mich einmal, ob ich mein Leben weiterhin im Vogtland verbringen möchte. Mich zieht es tatsächlich nirgends anders hin.“ Nur im Winter ist eine regelmäßige, kurze Flucht nach Südafrika geplant. Dort ist seine Familie Marktführer bei der Styropor-Verarbeitung – und von dort brach Markus Schedel 1988 zum Betriebswirtschaftsstudium nach Deutschland auf. Rückblickend erzählt er: „Während des Studiums fragte mich mein Vater, ob wir gemeinsam ein Unternehmen in der Kunststoffverarbeitung in Deutschland gründen wollen. Die Antwort war schnell und kurz: Ja! Wir entschieden uns für die neuen Bundesländer, da war noch Potential da. In Westdeutschland kannten wir fast jeden Styropor-Verarbeitungs-Betrieb.“ Mit dieser Entscheidung rettete Markus Schedel die 25 Arbeiter, die vorher an dem Falkensteiner Standort mit ähnlicher Produktion zur Jenoptik GmbH gehörten. Heute zählen 140 Leute zur Kunststofftechnik SCHEDEL GmbH, 13 Mitarbeiter bilden die Vertriebsgesellschaft SCHEDEL Bad & Design GmbH und im Schwesternunternehmen JACOB Formschaumtechnik GmbH in Cadolzburg kommen noch einmal 74 Arbeiter zusammen. Markus Schedel meint: „Ich habe den Schritt nach Falkenstein nie bereut. Die Vogtländer sind ehrliche und hart schaffende Menschen. Und ein Vorteil für uns: Sie sind sehr sesshaft, und dadurch beständige Mitarbeiter. Denn sie sind unser wichtigstes Kapital.“ 

„Ich sehe meine Funktion im Unternehmen darin, die verschiedensten Strömungen zu erfassen und zu lenken. Ich will nicht von oben herunter bestimmen, sondern für ein gutes Betriebsklima sorgen und Druck und Stress abfangen. Das gelingt nicht immer – manchmal muss ich auch schlichten, aber Kommunikation hilft.“ 

Zur PersonMarkus Schedel

Vita

  • 1967 in Johannesburg geboren
  • 1988 Betriebswirtschafts-Studium in Deutschland
  • 1991 Gründung der Kunststofftechnik SCHEDEL GmbH als  geschäftsführender Gesellschafter
  • drei Kinder
  • Mitglied im Lions Club – Auerbach/ Vogtland