Mein VogtlandPflegeberufe verdienen mehr Beachtung!

Wir alle nehmen regelmäßig Dienstleistungen in Anspruch. Vom monatlichen Friseurbesuch, über die Beratung im Reisebüro bis hin zur Reparatur unserer Lieblingsschuhe beim Schuster um die Ecke. Lediglich im Bereich Hauswirtschaft tun wir uns schwer die Verantwortung abzugeben.

Warum weiß Mandy Turreck, die Frau, die der Hauswirtschaft eine Stimme verleiht.

„Die Problematik ist das viele das Thema Hauswirtschaft als selbstverständlich erachten.“ Oder wie es Johanna von Koczian bereits 1977 auf den Punkt brachte: „Das bisschen Haushalt macht sich von allein …“.

Besonders in unserer Region läuft der Haushalt meist parallel zum Full-Time-Job und der Kinderbetreuung ab. Viel Zeit für sich selbst bleibt da meist nicht mehr übrig. Ein Grund weshalb Mandy Turreck 2009 den Weg in die Selbstständigkeit wagte und bis heute auch sehr glücklich darüber ist.

Um Familien aber auch Unternehmen zu entlasten, kümmert sich die Vogtländerin gemeinsam mit ihrem Team um alles, was den reibungslosen Tagesablauf behindert oder von den eigentlich wichtigen wertschöpfenden Aufgaben abhält.

Das Unternehmensportfolio ist dementsprechend vielseitig und wird stets an die aktuellen Kundenbedürfnisse angepasst.

Grund zur Sorge gibt der engagierten 43 - Jährigen lediglich das fehlende Ansehen ihres Berufszweiges.

Um den Blick auf die sorgenden Berufe - kurz SAHGE - zu verbessern, setzt sich die charismatische, bodenständige Unternehmerin und Mutter zweier Kinder intensiv für die Entwicklung und Verbesserung ihres Berufsstandes ein. Doch welche Bereiche umfasst der Begriff SAHGE überhaupt?

"Er ist eine Symbiose aus Sozialer Arbeit, Hauswirtschaft, Gesundheit, Pflege und Erziehung"

gibt die Dozentin, die bereits mit 21 Jahren erste Seminare hielt, zu verstehen. Doch hinter der Thematik verbirgt sich weitaus mehr. Es geht um Gleichberechtigung, Quality Time, Vernetzung und die Anerkennung als Wirtschaftsfaktor im Vogtland.

Viele unterschätzen das Potenzial sogenannter SAHGE Berufe. Besonders für Mütter, die zurück ins Berufsleben starten möchten, kann dieser Wirtschaftszweig mehr als interessant sein. Die Arbeitszeiten lassen sich hier flexibel an die Bedürfnisse der eigenen Familie anpassen und gewährleisten somit einen geregelten Tagesablauf.

"Man müsse nur darüber sprechen, dann findet sich für alles eine Lösung",

betont Mandy Turreck, deren Vision es ist, die Hauswirtschaft zukünftig als festen Bestandteil in das deutsche Schulsystem zu integrieren.

Die in Ruppertsgrün ansässige Arbeitgeberin, beschäftigt derzeit 15 Mitarbeiter, darunter auch Menschen mit Beeinträchtigungen. Eine Tatsache, die die Vielfältigkeit der Hauswirtschaft und der in diesem Wirtschaftszweig tätigen Personen unterstreicht und bestätigt.