Mein VogtlandEin Vogtländer mit Blick ins Freie

Es hätte wenig gewundert, wenn sich René Eckert irgendwo an einem schönen Flecken der Erde niedergelassen hätte. In Costa Rica vielleicht. Als Filmemacher ist der junge Mann aus Auerbach schon viel rumgekommen, hat Snowboarder in eher untypischen Gefilden von Rumänien bis China begleitet und die Kontinente bereist.

Doch jetzt hat er sich ein Haus in Zwotental gekauft. Eine ehemalige Zulieferfabrik für den Mundharmonikabau. Loft-Charakter, Holzfußboden, links und rechts vom Haus der Wald. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass dies kein schöner Flecken des Planeten wäre.

»Das Vogtland ist einfach meine Heimat«, sagt der 35-Jährige. »Es hat eine wunderbare Natur, und das ist mir wichtig. Ungefähr acht Jahre meines Lebens war ja Leipzig meine Basis, von dort aus habe ich meine Reisen und Touren unternommen. Aber die große Stadt hat mich nie ganz erfüllt. Und auch unterwegs in der Weltgeschichte: klar gibt es wirklich großartige Plätze. Da stehst du in Sydney und denkst, das ist der schönste Ort auf Erden, und dann siehst du Costa Rica oder Alaska ... Man wird in Wahrheit aber nur mehr irritiert in dem, wo man eigentlich hingehört oder wohin man will.«

Nach dem idealen Ort hat René Eckert lange gesucht, drauf gestoßen war er dann eher zufällig. »Ich hatte ja auch viele Ideen dazu. Es ging mir nicht nur um eine Wohnung für mich allein. Ich möchte dort auch Film- und Fotoworkshops veranstalten, die unmittelbare Verbindung zur Natur haben und eine offene Tür pflegen, zu Musik einladen – es einfach auch für andere Menschen nutzbar machen.« Das Entscheidende ist für ihn, dass der Lebensmittelpunkt jetzt definiert ist. Die Basis, der Rückzugsort, der Platz, wo das Herz wohnt. Denn er wird auch in den kommenden Jahren immer mal wieder rund um den Globus unterwegs sein. »Ich kann jetzt bewusster reisen, mit dem Gefühl zu wissen, wo ich hingehöre. Das hat mir lange gefehlt, eben weil ich mich nie entscheiden konnte.« Doch was lange währt, wird endlich gut.

Und das Vogtland, sagt Eckert, berge viele Chancen und Überraschungen. Dabei ist er nicht der Typ, der darauf wartet, dass solche Momente eines gemütlichen Sommerabends fröhlich durch die Tür geschlurft kommen. René Eckert hat längst verinnerlicht, dass es immer des persönlichen Engagements bedarf, um die Welt ein Stück zu retten und besser zu machen. So organisiert er beispielsweise seit einigen Jahren Müllsammelaktionen in der Natur, bringt dabei ganz ohne pädagogische Agitation Generationen zusammen, Fremde einander näher und ein gutes Gefühl in die Region. Gern mit akustischer Musik am Lagerfeuer zum Ausklang. Nachbarn und Einheimische, für die so ein junger Weltenbummler immer erstmal ein bisschen suspekt ist, merken dadurch auch: »Eigentlich ein ganz vernünftiger Typ.« Ein Vogtländer mit festem Charakter eben, kein aalglattes Windei. Einer, der sein Herz am rechten Fleck trägt, wie man so sagt. Und das schlägt kräftig für die Heimat – schön zu sehen auch an seinen filmografischen Liebeserklärungen, die beispielsweise den Kammweg behandeln. Und so wundert es am Ende überhaupt nicht, dass dieser junge Mann den für sich schönsten Flecken der Erde dort gefunden hat, wo er herkommt.

Fotos: Dominik Wolf (www.dominik-wolf.de)